Werktext
Der Wind löscht das Feld.
Er löscht den Weg,
löscht die Fußspuren,
löscht selbst die Richtung zurück.
Ein Pferd
steht da, den Kopf tief gesenkt.
Wohin soll es gehen?
Vor ihm
lässt sich eine Krähe nieder.
Der Vogel, der den Weg kennt.
Der Vogel, der zwischen
dieser Welt und der anderen hin und her ging.
Doch er weist den Weg nicht.
Er setzt sich nur
dem Pferd gegenüber.
Indem er nicht antwortet,
ist er bei ihm.
Nicht vom Wind fortgetrieben werden,
sondern am Ort stehen.
Dieses ratlose Innehalten
ist die einzige Würde,
die auf diesem Feld möglich ist.
Schlüsselkontext
Byun Shi-Ji war ein koreanischer Maler der Moderne und Gegenwart, der Jejus Fūdo nicht als Kulisse, sondern als Bedingung des Daseins malte. Einsamkeit, Warten, Wind und die Farbe trockenen Grases verbinden seine Kunst zu einem glokalen koreanischen Modernismus.
