Werktext
Der alte Mann stützt sich auf seinen Stab, und der Ochse sieht ihn an. Ein Leben
lang haben sie zusammen das Land bestellt. Im Frühling gingen sie zusammen aufs
Feld, im Sommer ertrugen sie zusammen die Hitze, im Winter ruhten sie unter
demselben Dachvorsprung. Sie haben nie ein Wort gewechselt. Der Ochse konnte
nicht sprechen, und der alte Mann war ein Mann weniger Worte. Wurde der Schritt
des Ochsen langsamer, ruhte der alte Mann zuerst; beugte sich der Rücken des
alten Mannes, hielt der Ochse zuerst inne. So gingen sie ein ganzes Leben
nebeneinander. Nun sind beide alt. Die Felder sind weniger geworden, die Schritte
langsamer. Doch wie sie einander ansehen, ist wie in ihrer Jugend. Das genügt.
Schlüsselkontext
Byun Shi-Ji war ein koreanischer Maler der Moderne und Gegenwart, der Jejus Fūdo nicht als Kulisse, sondern als Bedingung des Daseins malte. Einsamkeit, Warten, Wind und die Farbe trockenen Grases verbinden seine Kunst zu einem glokalen koreanischen Modernismus.
