Werktext
Unter einem gelben Himmel verweilen ein strohgedecktes Haus, ein Baum, ein
Pferd und eine Gestalt an einem Ort.
Für Heidegger hieß Wohnen, tief an einem Ort zu verweilen.
Wohnen heißt nicht bloß, ein Haus zu besitzen. Es heißt, den Wind dieses Ortes
aufzunehmen, Regen und Sonne zu ertragen und schließlich ein Teil seines Fūdo zu
werden.
Die gebeugte Gestalt verweilt lange innerhalb der Steinmauer.
Nicht den Ort einzunehmen, sondern ein Teil von ihm zu werden.
In diesem Bild ist Wohnen kein Ort zum Leben, sondern eine Haltung, mit der man
die Welt erträgt.
Schlüsselkontext
Byun Shi-Ji war ein koreanischer Maler der Moderne und Gegenwart, der Jejus Fūdo nicht als Kulisse, sondern als Bedingung des Daseins malte. Einsamkeit, Warten, Wind und die Farbe trockenen Grases verbinden seine Kunst zu einem glokalen koreanischen Modernismus.
