Werktext
Der Maler, der sein Leben lang allein am Strand stand,
malte die zwei Menschen, die er am liebsten bei sich gehabt hätte,
als Bäume.
Er holte sie wieder an seine Seite
und setzte sich darunter
wie ein Kind.
Zu Füßen der Bäume.
So nah, dass er sie berühren könnte, wenn er die Hand ausstreckte.
Er sehnt sich nach denen, die nah sind
und doch nicht zu erreichen.
Weil sie nicht an seiner Seite sind,
stellte er sie ins Bild.
Weil er sie nicht erreichen kann,
setzte er sich zu ihren Füßen.
Die Namen, die er nicht rufen kann,
nennt er „Bäume",
und verweilt lange
unter ihnen.
Auch wenn die Sonne erkaltet
und Dunkelheit herabsinkt,
geht er nicht fort.
Weil er ihr Kind ist.
Schlüsselkontext
Byun Shi-Ji war ein koreanischer Maler der Moderne und Gegenwart, der Jejus Fūdo nicht als Kulisse, sondern als Bedingung des Daseins malte. Einsamkeit, Warten, Wind und die Farbe trockenen Grases verbinden seine Kunst zu einem glokalen koreanischen Modernismus.
