Werktext
Unter einem Abend in der Farbe getrockneten Grases
lehnen sich ein Mensch und ein Pferd aneinander
und blicken zum Ende des Horizonts.
Ein langer Atemzug und ein kurzer Seufzer
mischen sich in derselben Luft.
Die Person, die jenseits des Horizonts fortging,
ist nicht mehr zu sehen.
Doch nicht gesehen zu werden
heißt nicht, dass auch die Erinnerung verschwindet.
Das sich entfernende Boot
verbindet das Hier und das Dort,
das Heute und die Ewigkeit.
Sehnsucht ist vielleicht eine Zeit des Schweigens:
die Person, die gegangen ist, im Herzen aufzustellen
und gemeinsam Wache zu halten.
Schlüsselkontext
Byun Shi-Ji war ein koreanischer Maler der Moderne und Gegenwart, der Jejus Fūdo nicht als Kulisse, sondern als Bedingung des Daseins malte. Einsamkeit, Warten, Wind und die Farbe trockenen Grases verbinden seine Kunst zu einem glokalen koreanischen Modernismus.
