Werktext
Das Pferd ist allein zurückgeblieben,
doch zu seinen Füßen
ist ein schwarzer Schatten bei ihm.
Die Sonne gibt denjenigen,
den sie nicht halten konnte, nicht zurück.
Sie legt nur einen Schatten
an diesen leeren Platz.
An Tagen, da die Sehnsucht zu tief ist,
um sie allein zu ertragen,
stellt die Sonne schweigend
eine Gestalt an seine Seite,
die sich mit ihm bewegt.
Und so ist das Pferd,
auch nachdem das Boot verschwunden ist,
nicht ganz allein.
Trost ist vielleicht
nicht das Auslöschen der Trauer,
sondern das stille Verweilen
an der Seite dieser Trauer.
Schlüsselkontext
Byun Shi-Ji war ein koreanischer Maler der Moderne und Gegenwart, der Jejus Fūdo nicht als Kulisse, sondern als Bedingung des Daseins malte. Einsamkeit, Warten, Wind und die Farbe trockenen Grases verbinden seine Kunst zu einem glokalen koreanischen Modernismus.
