The Byun Shi-Ji Atlas WORKS · FŪDO · LANGUAGES
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BYUN SHI-JI · FŪDO 062

Das leere Haus

The Empty House

1987 · Jeju, middle period

Byun Shi-Ji (변시지), The Empty House, 1987, painting from the middle Jeju period, shaped by wind and dried-grass colour.

Werktext

Das Haus ist leer.
Allein am Meer zurückgeblieben.
Der Mensch ist schon
fort, übers Meer hinaus.
Ein Baum hebt den Arm
und streckt ihn lang über das Meer.
Leb wohl, sagt er.
Möge der ferne Weg dich behüten.
Darunter
öffnet ein Fels die Hand.
Alle fünf Finger gespreizt,
wendet er sich still dem Meer zu.
Diese Hand winkt nicht.
Sie ist keine Hand, die den Gehenden verabschiedet,
sondern eine Hand, die den Wiederkehrenden erwartet.
Eines Tages,
wenn jemand vom fernen Meer zurückkehrt,
will sie als Erste fest zugreifen.
Der Baum winkt dem Abschied entgegen,
der Fels bleibt der Rückkehr entgegen geöffnet.
Der eine verabschiedet,
der andere wartet.
Das ist das Herz derer, die am Meer leben.
Sie wissen, dass jemand geht, und verabschieden ihn;
sie wissen nicht, ob jemand wiederkehrt, und warten.
Auch wenn die Sonne sinkt
und das Meer dunkel wird,
hört der Arm nicht auf zu winken,

und die geöffnete Hand schließt sich nicht.
Ein leeres Haus
bleibt zwischen ihnen
und blickt auch heute auf das Meer.

Schlüsselkontext

Byun Shi-Ji war ein koreanischer Maler der Moderne und Gegenwart, der Jejus Fūdo nicht als Kulisse, sondern als Bedingung des Daseins malte. Einsamkeit, Warten, Wind und die Farbe trockenen Grases verbinden seine Kunst zu einem glokalen koreanischen Modernismus.