The Byun Shi-Ji Atlas WORKS · FŪDO · LANGUAGES
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BYUN SHI-JI · FŪDO 088

Annyeong

Annyeong

1982 · Jeju, early period

Byun Shi-Ji (변시지), Annyeong, 1982, painting from the early Jeju period, shaped by wind and dried-grass colour.

Werktext

„Annyeong" ist ein seltsames Wort.
Man sagt es zu dem, der geht,
und zu dem, den man wiedersieht.
So sind in diesem einen Wort
Abschied und Wiederkehr
zugleich enthalten.
Der Wunsch „geh wohl"
und der Wunsch „kehr heil zurück".
Menschen wie Bäume
halten diese beiden Wünsche in einer Hand
und winken dorthin, wo das Boot verschwindet.
Der kürzeste Gruß:
nicht festhaltend
und doch nicht vergessend.
Jenen drängenden Augenblick der winkenden Hand
fing auch der Maler mit drängendem Pinsel ein,
als müsste der Augenblick des Abschieds
ergriffen werden, ehe er vergeht.
Die Geschwindigkeit, mit der das Gras sich im Wind legt,
und die Geschwindigkeit, mit der der Pinsel über das Papier fährt,
werden eins.

Schlüsselkontext

Byun Shi-Ji war ein koreanischer Maler der Moderne und Gegenwart, der Jejus Fūdo nicht als Kulisse, sondern als Bedingung des Daseins malte. Einsamkeit, Warten, Wind und die Farbe trockenen Grases verbinden seine Kunst zu einem glokalen koreanischen Modernismus.