Werktext
Der Mann hat den Gipfel
bereits überschritten.
Was er auf dem Gipfel sah,
sagt er nicht.
Er lässt nur alles hinter sich
und steigt langsam den Grat herab.
Der gebeugte Rücken des Aufsteigenden
ist ein Sich-Mühen
hin zu einem noch nicht erreichten Ort.
Doch der gebeugte Rücken des Absteigenden
ist die Last, die einer trägt,
der schon alles gesehen hat.
Der Gipfel des Oreum
war kein Ort zum Bleiben.
Der Mann geht an ihm vorbei
und steigt wieder zur Erde hinab.
Hoch zu steigen
ist nicht das ganze Leben.
Das Gesehene zu bergen,
das Gewonnene niederzulegen
und wieder an den niedrigen Ort zurückzukehren.
Der Aufstieg wird dann
durch den Abstieg vollendet.
Schlüsselkontext
Byun Shi-Ji war ein koreanischer Maler der Moderne und Gegenwart, der Jejus Fūdo nicht als Kulisse, sondern als Bedingung des Daseins malte. Einsamkeit, Warten, Wind und die Farbe trockenen Grases verbinden seine Kunst zu einem glokalen koreanischen Modernismus.
