Werktext
Aeryeonjeong (愛蓮亭): ein Pavillon im hinteren Garten des Changdeokgung-Palastes, Seoul.
Am Teich steht ein Pavillon.
Die herbstlich verfärbten Bäume tragen Grün und Gelb und Rot zugleich.
Das Ziegeldach versinkt im tiefen Schatten,
und das Wasser des Teichs nimmt all dieses Licht verkehrt herum in sich auf.
Auf der Bildfläche ist viel Farbe.
Es gibt Rot, es gibt Grün, es gibt Gelb.
Der junge Maler kannte die Pracht,
und er verstand es, sie zu malen.
Doch in späteren Jahren legt er diese vielen Farben eine nach der anderen
ab.
Was bleibt, wenn die Pracht aufgegeben ist?
Diese Antwort hat sich in diesem Teich noch nicht gespiegelt.
Doch dieses Bild sagt:
Nur wer loszulassen versteht, hatte je etwas, das er loslassen konnte.
Schlüsselkontext
Byun Shi-Ji war ein koreanischer Maler der Moderne und Gegenwart, der Jejus Fūdo nicht als Kulisse, sondern als Bedingung des Daseins malte. Einsamkeit, Warten, Wind und die Farbe trockenen Grases verbinden seine Kunst zu einem glokalen koreanischen Modernismus.
